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Bietet der Güterkraftverkehr eine Chance für Gründer?


Ja — trotz der derzeit schwierigen Lage kann der Güterkraftverkehr für Gründer weiterhin eine interessante Chance sein.

Entscheidend ist allerdings, mit welchem Geschäftsmodell man startet und wie professionell kalkuliert wird.


Besonders erfolgreich sind derzeit Gründer, die sich nicht als klassischer „Billig-Frachtführer“, sondern als spezialisierter Dienstleister positionieren.


Warum der Markt trotzdem Chancen bietet


Der Straßengüterverkehr bleibt das Rückgrat der Wirtschaft:


  • Über 70 % aller Güter in Deutschland werden per Lkw transportiert.

  • E-Commerce, regionale Versorgung und Industrie benötigen dauerhaft Transporte.

  • Viele ältere Unternehmer gehen in den Ruhestand — Nachfolger fehlen.

  • Der Fahrermangel sorgt langfristig für stabile Nachfrage.


Dadurch entstehen Lücken im Markt, insbesondere für:


  • regionale Spezialtransporte,

  • Express- und Direktfahrten,

  • temperaturgeführte Transporte,

  • Baustellenlogistik,

  • Kurier- und Verteilerverkehr,

  • Container- und Hafenlogistik,

  • Gefahrgut oder ADR,

  • nachhaltige bzw. digitale Logistiklösungen.


Chancen für Gründer


Niedrige Einstiegshürde


Mit:

  • EU-Lizenz,

  • Fachkunde,

  • einem Fahrzeug,

  • guter Disposition


kann bereits ein kleines Unternehmen aufgebaut werden.


Viele beginnen mit:


  • einem Sprinter,

  • einem 7,5-Tonner,

  • oder einem einzelnen Sattelzug.


Aber: Die Risiken sind hoch


Gerade neue Unternehmer unterschätzen häufig:


  • Dieselpreise,

  • Maut,

  • Leasingraten,

  • Werkstattkosten,

  • Ausfallzeiten,

  • Versicherungen,

  • Zahlungsziele der Auftraggeber.


Viele fahren zwar „viel Umsatz“, aber mit kaum Gewinn.


Der größte Fehler vieler Gründer:


Sie kalkulieren nach Umsatz statt nach Deckungsbeitrag.


Besonders wichtig: Die richtige Strategie


Schwierig:


  • reiner Preiswettbewerb - anonyme Frachtenbörsen ohne Stammkunden - hohe Fremdfinanzierung - große Fahrzeugflotten direkt zum Start


Erfolgsversprechender:


  • Spezialisierung - regionale Netzwerke - feste Auftraggeber - Kombination aus Fahrer + Unternehmer - digitale Effizienz - schlanke Verwaltung


Bereiche mit vergleichsweise guten Perspektiven

Bereich

Bewertung

Kurier-/Expresslogistik

gut

Letzte Meile / City-Logistik

wachsend

Kühltransporte

stabil

Baustellenlogistik

regional attraktiv

Spezial- und Gefahrgut

gute Margen

Internationale Standardtransporte

sehr harter Wettbewerb

Amazon-/Subunternehmermodelle

oft kritisch

Was Gründer heute mitbringen sollten


Neben Fahrpraxis sind heute wichtig:


  • kaufmännisches Denken,

  • Kostenrechnung,

  • Tourenplanung,

  • Kundenakquise,

  • digitale Systeme,

  • rechtliche Kenntnisse (Lenkzeiten, Kabotage, Arbeitsrecht).


Viele erfolgreiche Unternehmer sagen:


„Man verdient das Geld auch im Büro — nicht nur hinter dem Lenkrad.“


Fazit


Der Güterkraftverkehr ist weiterhin:


  • kein einfacher Markt,

  • aber durchaus eine Chance für Gründer mit:


    • realistischer Kalkulation,

    • Spezialisierung,

    • Disziplin,

    • und unternehmerischem Denken.


Wer lediglich „einen Lkw kauft und losfährt“, hat heute oft schlechte Karten.


Wer dagegen professionell plant und sich intelligent positioniert, kann sich langfristig ein solides Unternehmen aufbauen.



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