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Aktuelles aus dem Bundesverkehrsministerium Stand: 30. August 2026


Für die Transport- und Logistikbranche sind derzeit insbesondere folgende Meldungen relevant:


1. Mehr Geld für den Schienengüterverkehr


Das Bundesverkehrsministerium erhöht die Förderung des sogenannten Einzelwagenverkehrs noch 2026 um bis zu 84 Millionen Euro. Insgesamt stehen damit in diesem Jahr bis zu 384 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Einzelwagenverkehr ermöglicht es Unternehmen, auch kleinere Gütermengen per Bahn transportieren zu lassen. Nach Angaben des Ministeriums macht er rund 18 Prozent des Schienengüterverkehrs aus und bedient mehr als 2.000 Güterverkehrsstellen. Besonders wichtig ist er für die Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie.


2. Niedrigwasser führt zu Ausnahmen für Lkw


Wegen der außergewöhnlich niedrigen Wasserstände – insbesondere am Rhein und an der Donau – sollen zusätzliche Transporte auf Straße und Schiene ermöglicht werden.

Vorgesehen beziehungsweise bereits umgesetzt sind:


  • Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot,

  • Ausnahmen von der Ferienreiseverordnung,

  • Einbeziehung notwendiger Leerfahrten,

  • Erleichterungen für Großraum- und Schwertransporte,

  • Prüfung von Transporten bis 44 Tonnen, ohne zwingend eine unteilbare Ladung vorauszusetzen,

  • bessere Koordinierung von Autobahnbaustellen.


Wichtig: Die konkrete Geltung richtet sich nach den jeweiligen Ausnahmegenehmigungen der Bundesländer. Es handelt sich nicht automatisch um eine bundesweit uneingeschränkte Aufhebung des Sonntagsfahrverbots.


3. Förderung emissionsfreier Binnenschiffe


Das Ministerium stellt bis zu 14 Millionen Euro bereit, um regionale Güter- und Personenverkehre auf emissionsfreie Binnenschiffe zu verlagern.

Gefördert werden unter anderem:


  • neue emissionsfreie Binnenschiffe,

  • die Umrüstung bestehender Schiffe,

  • Lade- und Wasserstofftankstellen in Häfen,

  • Anlagen zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energie,

  • Infrastruktur an Umschlag- und Liegeplätzen.


Anträge können vom 1. September bis 19. Oktober 2026 gestellt werden. Antragsberechtigt sind unter anderem Unternehmen, Kommunen und Verkehrsbetriebe.


4. Lkw-Stellplatzinformationen werden digitaler


Das Ministerium stellt aktuell seinen digitalen Stellplatzinformationsdienst heraus. Dieser soll Lkw-Fahrern bessere Informationen über verfügbare Parkmöglichkeiten an Autobahnen liefern. Das Thema ist für die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sowie für die Vermeidung gefährlichen Parkens von großer Bedeutung. Der Dienst wurde am 24. August 2026 erneut in einem Erklärvideo vorgestellt.


5. Politischer Wechsel im Ministerium


Seit Ende Juli 2026 steht Steffen Bilger an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums. In seinen ersten Veröffentlichungen setzt er Schwerpunkte bei Infrastruktur, Schienenverkehr, widerstandsfähigen Lieferketten und klimafreundlicher Mobilität.


Bewertung für das Straßentransportgewerbe


Kurzfristig besonders bedeutsam sind die Ausnahmen aufgrund des Niedrigwassers. Sie schaffen zusätzliche Transportmöglichkeiten für Lkw-Unternehmen, können aber gleichzeitig zu höherem Verkehrsaufkommen, stärkerer Belastung der Fahrer und Engpässen bei Fahrzeugen und Personal führen.


Langfristig bleibt die politische Richtung eindeutig:

Der Bund fördert die Verlagerung von Gütern auf Schiene und Wasserstraße sowie alternative Antriebe. Der Lkw bleibt für die Versorgung unverzichtbar, soll aber stärker als Teil kombinierter Transportketten eingesetzt und schrittweise klimafreundlicher werden.




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