Der Iran-Konflikt und die Dieselpreise
- Siegfried Allert

- vor 14 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Wie wirkt sich der Krieg im Iran auf die Dieselpreise aus und welche Folgen wird das u.a. für den Bereich gewerblicher Güterkraftverkehr haben?
Der Krieg bzw. die militärische Eskalation rund um Iran hat direkte und indirekte Auswirkungen auf Dieselpreise – und damit auf den gesamten Güterverkehr. Wir erklären zuerst den Mechanismus und danach die Folgen speziell für den Transport- und Logistiksektor.
1. Warum der Iran-Konflikt die Dieselpreise steigen lässt
Der wichtigste Faktor ist die Versorgung mit Rohöl und Transportwegen.
a) Risiko für die Straße von Hormus
Rund 20 % des weltweiten Öl- und Gastransports laufen normalerweise durch diese Meerenge.
Angriffe auf Tanker und militärische Eskalation haben Schifffahrt und Export stark gestört.
Wenn Händler befürchten, dass weniger Öl verfügbar ist oder Transporte gefährlich werden, steigen sofort die Preise an den Rohstoffbörsen.
b) Ölpreis reagiert sofort
Nach der Eskalation stieg der Ölpreis kurzfristig um etwa 10–13 %.
Prognosen sehen bei längerer Krise bis zu 100 $ pro Barrel oder mehr.
c) Diesel reagiert schneller als viele andere Energieträger
In Deutschland sind die Preise bereits um etwa 4 % innerhalb weniger Tage gestiegen.
Teilweise liegt Diesel schon deutlich über 2 € pro Liter.
Grund: Diesel wird direkt aus Rohöl produziert und ist stark vom Ölpreis abhängig.
2. Was das für den Gütertransport bedeutet
Für den Straßengüterverkehr ist Diesel der größte Kostenblock.
1. Höhere Transportkosten
Kraftstoff macht im Lkw-Transport 20–30 % der Gesamtkosten aus.
Steigt Diesel z. B. um 10–20 %, steigen auch die Frachtpreise.
Folge: Speditionen geben Kosten über Dieselzuschläge (Fuel Surcharge) an Kunden weiter.
2. Höhere Preise für Waren
Transportkosten sind Teil jedes Produktpreises.
Beispiel:
Transport macht etwa 5 % der Importkosten einer Ware aus.
Wenn Diesel und Frachtraten steigen:
Lebensmittel - Baustoffe - Konsumgüter werden teurer.
3. Störungen in globalen Lieferketten
Neben Diesel steigen auch andere Kosten:
Versicherungsprämien für Schiffe wegen Kriegsrisiko
Umwege im Seehandel (z. B. um Afrika)
längere Transportzeiten
Das reduziert effektiv Transportkapazität und erhöht Preise zusätzlich.
4. Druck auf Speditionen und Logistikunternehmen
Für viele Transportfirmen entstehen mehrere Probleme gleichzeitig:
höhere Dieselpreise
steigende Versicherungen
volatile Frachtraten
eventuell geringere Nachfrage bei Wirtschaftsflaute
Das kann besonders kleine Speditionen und kleine Transportfirmen stark belasten.
3. Mögliche mittelfristige Folgen (wenn der Konflikt länger dauert)
Wenn der Konflikt Monate anhält:
dauerhaft hohe Dieselpreise
steigende Inflation
stärkere Verlagerung auf Bahn / alternative Antriebe
mehr langfristige Energieverträge und strategische Ölreserven
Ein längerer Konflikt könnte ähnlich wirken wie der Energieschock nach dem Ukrainekrieg, wenn auch wahrscheinlich etwas schwächer für Europa.
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