Warum gibt es viel zu wenig Prüfplätze für die Fachkundeprüfungen Güterkraftverkehr, Omnibusverkehr und Taxi-/Mietwagenverkehr bei den Industrie- und Handelskammern?
- Siegfried Allert

- vor 1 Tag
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Der Mangel an Prüfungsplätzen für die Fachkundeprüfungen im Güterkraftverkehr, Omnibusverkehr sowie Taxi- und Mietwagenverkehr bei den Industrie- und Handelskammern (IHK) hat mehrere Ursachen. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Problem, sondern um das Zusammenwirken verschiedener Faktoren.
Die wichtigsten Gründe sind:
Begrenzte personelle Ressourcen
Viele IHKs verfügen nur über wenige Mitarbeitende, die diese speziellen Fachkundeprüfungen organisieren und durchführen.
Die Prüfer sind häufig externe Fachleute, die nur begrenzt verfügbar sind.
Steigende Nachfrage
Durch den anhaltenden Fahrermangel und den Wunsch vieler Unternehmen, selbstständig tätig zu werden, ist die Zahl der Prüfungsanmeldungen in den vergangenen Jahren gestiegen.
Besonders im Güterkraftverkehr sorgen Neugründungen und Unternehmensnachfolgen für zusätzlichen Prüfungsbedarf.
Hoher organisatorischer Aufwand
Die Prüfungen müssen nach den gesetzlichen Vorgaben ordnungsgemäß vorbereitet und durchgeführt werden.
Prüfungsräume, Aufsichtspersonal, Prüfer sowie die Auswertung müssen organisiert werden.
Geringe Priorität gegenüber anderen IHK-Prüfungen
Die Fachkundeprüfungen machen im Vergleich zu Ausbildungsprüfungen oder Fortbildungsprüfungen nur einen kleinen Teil des gesamten Prüfungsaufkommens aus.
Entsprechend werden personelle Kapazitäten häufig zunächst für Abschlussprüfungen in Ausbildungsberufen eingesetzt.
Unterschiedliche Kapazitäten der einzelnen IHKs
Während einige IHKs monatlich Prüfungen anbieten, finden sie bei anderen nur alle zwei oder drei Monate statt.
Dadurch entstehen regional sehr unterschiedliche Wartezeiten.
Fachkräftemangel auch bei den IHKs
Wie viele andere Organisationen haben auch die IHKs Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu gewinnen.
Dies erschwert eine Ausweitung der Prüfungskapazitäten.
Begrenzte Digitalisierung
Ein großer Teil der Fachkundeprüfungen wird weiterhin in Präsenz durchgeführt.
Digitale Prüfungsformen könnten künftig zusätzliche Kapazitäten schaffen, werden bislang aber nur vereinzelt eingesetzt.
Auswirkungen
Die Folgen sind für angehende Unternehmer häufig erheblich:
Wartezeiten von mehreren Wochen oder sogar Monaten.
Verzögerungen bei Existenzgründungen.
Spätere Fahrzeuganschaffungen und Finanzierungsprobleme.
Personal kann nicht rechtzeitig eingesetzt werden.
Verzögerungen bei der Erteilung der Genehmigung nach dem Berufszugangsgesetz Güterkraftverkehr bzw. dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG).
Was könnte helfen?
Mehrere Maßnahmen könnten die Situation verbessern:
häufigere Prüfungstermine,
zusätzliche Prüfer und Aufsichtskräfte,
bundesweit einheitliche digitale Prüfungsverfahren,
bessere Zusammenarbeit der IHKs untereinander,
mehr personelle Ressourcen speziell für Fachkundeprüfungen,
stärkere Nutzung größerer Prüfungszentren mit regelmäßigen Terminen.
Fazit
Die geringe Zahl an Prüfungsplätzen ist überwiegend auf begrenzte Personal- und Organisationskapazitäten bei gleichzeitig hoher Nachfrage zurückzuführen. Da der Güter- und Personenverkehr für die Versorgung der Wirtschaft und die Mobilität von großer Bedeutung ist, wird aus der Branche seit Jahren gefordert, die Prüfungskapazitäten deutlich auszubauen.
Kürzere Wartezeiten würden Unternehmensgründungen beschleunigen und den Zugang zum Markt erleichtern, ohne die fachlichen Anforderungen an die Unternehmer zu senken.
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