Ab dem 18. August 2026 wird der Einstieg in den Beruf als Berufskraftfahrer deutlich erleichtert.
- Siegfried Allert

- vor 2 Tagen
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Ab dem 18. August 2026 gelten wichtige Änderungen für die Ausbildung und Fahrerlaubnis von Berufskraftfahrern. Der Zugang zum Beruf wird in mehreren Bereichen vereinfacht.
Sehtest:
Die Untersuchung des Sehvermögens kann künftig auch durch einen Augenoptiker bescheinigt werden.
Führerscheinumschreibung:
Führerscheine aus Ukraine und Montenegro können unter bestimmten Voraussetzungen ohne erneute Prüfungen umgeschrieben werden.
Prüfungen:
Die praktische Prüfung der regulären Grundqualifikation wird von 120 auf 90 Minuten verkürzt.
Mehr Sprachen:
Die Prüfung zur beschleunigten Grundqualifikation ist künftig neben Deutsch in neun weiteren Sprachen möglich.
Nachweise:
Die Vorgaben für Ausbildungsstätten und Prüflinge gegenüber den IHKs werden verbindlicher.
Prüfung in neun Fremdsprachen möglich
Für Unternehmen, die Berufskraftfahrer im Ausland gewinnen möchten, bringt die neue Regelung eine wichtige Erleichterung:
Die Prüfung der beschleunigten Grundqualifikation kann künftig neben Deutsch in neun weiteren Sprachen abgelegt werden:
Albanisch, Englisch, Hocharabisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch.
Die fachlichen Anforderungen bleiben unverändert – die Prüfung muss jedoch nicht mehr zwingend auf Deutsch erfolgen. Neu gegenüber dem ursprünglichen Entwurf ist Albanisch.
Wichtig:
Die Mehrsprachigkeit gilt ausdrücklich nur für die Prüfung der beschleunigten Grundqualifikation.
Praktische Prüfung wird verkürzt
Auch die reguläre Grundqualifikation wird vereinfacht. Die praktische Fahrprüfung dauert künftig nur noch 90 statt 120 Minuten.
Zudem entfällt der bisherige zusätzliche Prüfungsteil zur Bewältigung kritischer Situationen.
Für die praktische Prüfung muss der Teilnehmer weiterhin ein geeignetes Prüfungsfahrzeug sowie einen entsprechend qualifizierten Fahrlehrer bereitstellen.
Führerscheine aus Ukraine und Montenegro leichter umschreibbar
Eine weitere Neuerung betrifft ausländische Fahrerlaubnisse. Ukraine und Montenegro werden in Anlage 11 der Fahrerlaubnis-Verordnung aufgenommen.
Unter bestimmten Voraussetzungen können entsprechende Führerscheine damit ohne erneute theoretische und praktische Prüfung in eine deutsche Fahrerlaubnis umgeschrieben werden.
Für bestimmte ukrainische Fahrerlaubnisse der Klassen C und D gelten allerdings Sonderregelungen.
Für Unternehmen besonders wichtig:
Die Umschreibung des Führerscheins ersetzt nicht die erforderliche Berufskraftfahrerqualifikation.
Sehtest künftig auch beim Augenoptiker
Bei der Erteilung oder Verlängerung von Lkw- und Busführerscheinen kann der erforderliche Sehnachweis künftig auch durch einen entsprechend zugelassenen Augenoptikerbetrieb erbracht werden.
Das betrifft unter anderem die Fahrerlaubnisklassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE und D1E.
Nachweis der Ausbildung wird verbindlicher
Auch für Fahrschulen, Ausbildungsstätten und Prüfungsteilnehmer gibt es neue Vorgaben.
Wer die Prüfung zur beschleunigten Grundqualifikation ablegen möchte, muss gegenüber der zuständigen IHK nachweisen, dass der vorgeschriebene Unterricht absolviert wurde.
Damit werden die Anforderungen an die Dokumentation und Nachweisführung klarer und verbindlicher.
Erleichterungen für Drittstaatsfahrer
Auch bei international eingesetzten Fahrern gibt es eine Neuerung: Die Schlüsselzahl 95 kann künftig unter bestimmten Voraussetzungen in die Fahrerbescheinigung eingetragen werden.
Damit wird der Nachweis der Berufskraftfahrerqualifikation bei Drittstaatsfahrern vereinfacht.
Fazit für Transportunternehmen
Die neuen Regelungen bringen mehrere praktische Erleichterungen: mehr Prüfungssprachen, kürzere praktische Prüfungen, einfachere Führerscheinumschreibungen und weniger Aufwand bei bestimmten Nachweisen.
Für Unternehmen wird damit die Rekrutierung und Qualifizierung von Berufskraftfahrern – insbesondere aus dem Ausland – einfacher. Die eigentlichen Anforderungen an die berufliche Qualifikation bleiben jedoch bestehen.
Ob die oben beschriebenen Vereinfachungen den Fahrermangel zumindest teilweise beheben können, wir werden sehen. Euphorie entsteht jetzt nicht wirklich.
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