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Gibt es kritische Stimmen zu den IHK Fachkundeprüfungen für die Bereiche Güterkraftverkehr, Omnibusverkehr und Taxi-/Mietwagenverkehr?


Es gibt durchaus kritische Stimmen zu den IHK-Fachkundeprüfungen für den Güterkraftverkehr, Omnibusverkehr sowie den Taxi- und Mietwagenverkehr.

Die Kritik richtet sich jedoch in den meisten Fällen nicht gegen die Notwendigkeit der Fachkundeprüfung an sich, sondern gegen deren Organisation, Durchführung und Rahmenbedingungen.


Die am häufigsten genannten Kritikpunkte sind:


  1. Zu wenige Prüfungstermine

    • In einigen IHK-Bezirken werden Fachkundeprüfungen nur wenige Male pro Jahr angeboten.

    • Dadurch entstehen teilweise monatelange Wartezeiten, was Unternehmensgründungen oder die Bestellung eines Verkehrs- bzw. Betriebsleiters verzögern kann.


  2. Große Unterschiede zwischen den IHKs

    • Je nach IHK unterscheiden sich Prüfungstermine, Organisation, Gebühren und teilweise auch die Prüfungsabläufe deutlich.

    • Viele Teilnehmer wünschen sich bundesweit einheitlichere Standards.


  3. Sehr unterschiedliche Prüfungsgebühren

    • Die Gebühren variieren erheblich zwischen den einzelnen Industrie- und Handelskammern.

    • Diese Unterschiede werden regelmäßig kritisiert, da die Prüfung auf denselben gesetzlichen Grundlagen beruht.


  4. Hohe Durchfallquoten

    • Insbesondere in den Bereichen Güterkraftverkehr und Taxi-/Mietwagenverkehr berichten Teilnehmer und Lehrgangsanbieter immer wieder von hohen Durchfallquoten.

    • Häufig werden insbesondere die kaufmännischen Rechenaufgaben als größte Hürde genannt. Dabei handelt es sich überwiegend um Erfahrungsberichte; flächendeckend veröffentlichte bundesweite Statistiken gibt es nicht.


  5. Praxisnähe der Prüfungen

    • Einige Unternehmer bemängeln, dass bestimmte Prüfungsinhalte sehr theoretisch seien.

    • Sie wünschen sich einen stärkeren Fokus auf aktuelle betriebliche Herausforderungen wie Digitalisierung, Personalgewinnung oder moderne Dispositionssysteme.


  6. Veraltete Lernmaterialien

    • Da sich Gesetze und Verordnungen regelmäßig ändern, wird kritisiert, dass manche Lehrbücher oder Unterlagen nicht immer auf dem neuesten Stand sind.

    • Teilnehmer berichten deshalb von Schwierigkeiten bei der Vorbereitung.


  7. Belastung für Existenzgründer


    • Gerade Gründer empfinden die Kombination aus Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren und Wartezeiten als hohe Einstiegshürde.

    • Hinzu kommen weitere Voraussetzungen wie finanzielle Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit.


Welche Forderungen werden häufig erhoben?


Aus der Branche werden unter anderem folgende Verbesserungen vorgeschlagen:


  • mehr Prüfungstermine pro Jahr,

  • bundesweit einheitliche Prüfungsstandards,

  • transparentere Bewertung,

  • schnellere Bekanntgabe der Ergebnisse,

  • digitale Anmelde- und Prüfungsverfahren,

  • regelmäßige Aktualisierung der Prüfungsinhalte,

  • bessere Abstimmung zwischen IHKs und Genehmigungsbehörden.


Gibt es auch positive Stimmen?


Ja. Viele Branchenverbände und Unternehmen sehen die Fachkundeprüfung grundsätzlich als sinnvoll an. Sie argumentieren, dass Verkehrs- und Betriebsleiter über ausreichende Kenntnisse in den Bereichen


  • Recht,

  • Betriebswirtschaft,

  • Verkehrssicherheit,

  • Sozialvorschriften,

  • Steuern sowie

  • Unternehmensführung


verfügen müssen. Die Prüfung soll dazu beitragen, dass Unternehmen wirtschaftlich solide und rechtskonform geführt werden und so die Qualität und Sicherheit im Verkehrsgewerbe erhöhen.



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